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Geschichte der Feuerwehr Oybin

Be­reits 1703 wurde für die Stadt und die zu­ge­hö­rigen Ort­schaften eine gül­tige Feu­er­lösch­ord­nung ver­öf­fent­licht, dar­über in­for­mierte u.a. der Zit­tauer Tages- und Ge­schichts­ka­lender. Seit An­fang des 18. Jahr­hun­derts gab es in jeder Ort­schaft zum Brand­schutz eine Pflicht­feu­er­wehr. 

Über die Brände der Zeit von 1581 bis 1881 be­rich­tete Al­fred Moschkau in seiner Chronik aus dem Jahr 1886. Da es in Oybin nur eine sehr kleine Feu­er­wehr gab, eilten bei großen Bränden die Feu­er­wehr­mann­schaften aus der Stadt Zittau und den um­lie­genden Ort­schaften mit ihren Feu­er­spritzen, Sprit­zen­meis­tern und Be­die­nungs­mann­schaften zur Hilfe. 

Von der kö­nig­li­chen Amts­haupt­mann­schaft wurde der Ge­mein­de­vor­stand und Orts­richter Carl Gott­helm Wohnig aus Ol­bers­dorf im Juli 1867 zum Feu­er­po­li­zei­kom­missar für die Ort­schaften Ol­bers­dorf mit Eich­graben, Oybin mit Hain, Lücken­dorf und Hartau er­nannt. In den Zit­tauer Nach­richten er­folgte dazu am 28.07.1867 die öf­fent­liche Be­kannt­ma­chung. Mitte des Jahres 1878 wurden in Sach­sens die vom Lan­des­aus­schuss der Säch­si­schen Feu­er­wehren aus­ge­ar­bei­teten neuen Ex­er­zier­vor­schriften ein­ge­führt. Mit diesen Vor­schriften sollten die Feu­er­wehren zur Er­fül­lung ihrer Auf­gaben eine ge­wisse mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung er­halten. In die Feu­er­wehren wurden haupt­säch­lich junge Männer vor und nach dem Mi­li­tär­dienst auf­ge­nommen. Die Auf­stel­lung der Feu­er­wehren er­folgte stets in zwei Glie­dern. Im Feu­er­löchwesen war diese Zwei­tei­lung not­wendig. Für die Aus­bil­dung der Feu­er­wehr­männer wurden re­gel­mäßig Übungen durch­ge­führt.

Im Zu­sam­men­hang mit dem schreck­li­chen Brand des Weber'schen Hauses vom 28.Ok­tober 1878, bei dem auch Herr Weber mit ver­brannte, wurde eine Er­neue­rung der Oy­biner Feu­er­wehr als drin­gend not­wendig er­achtet. Damit sollte im schlimmsten Fall eines Brandes auch in Oybin eine aus­rei­chende An­zahl gut aus­ge­bil­deter Feu­er­wehr­männer zur Ver­fü­gung stehen. 
1880 ver­fügte die Ge­meinde Oybin über eine Ortss­pritze und je­weils eine klei­nere Spritze auf dem Hain und in Nie­de­roybin. Im Ernst­fall be­stand das größte Pro­blem sehr oft im Was­ser­mangel. An­fang Ja­nuar 1881 wurde die neue Ortss­pritze für Nie­de­roybin nach ein­ge­henden Über­prü­fungen durch die Brand­di­rek­tion von der Ge­meinde über­nommen und die alte gegen Meist­gebot ver­stei­gert.

Ein neues Ge­setz zum Feu­er­löschwesen trat mit Über­gangs­be­stim­mungen ab 1.Ja­nuar 1885 in Kraft. Alle bis­he­rigen Ver­ord­nungen und frü­heren Ge­setze wurden damit un­gültig- Dieses Ge­setz re­gelte u.a. die Lei­tung und Be­auf­sich­ti­gung der Feu­er­wehr und Ver­pflich­tungen der Ge­meinden. Für die Ein­füh­rung der neuen Ex­er­zier­vor­schrift der Feu­er­wehren des Ober­lau­sitzer Be­zirkes fanden ent­spre­chende Übungen statt. Im Juli 1885 wurde der Ge­meinde durch die kö­nig­li­chen Amts­haupt­mann­schaft schrift­lich mit­ge­teilt, dass bis Sep­tember 1885 eine neue Feu­er­lösch­ord­nung zu er­stellen war. In Ver­ant­wor­tung des Ge­mein­de­ver­ord­ne­ten­vor­ste­hers Fried­rich wurde die Feu­er­lösch­ord­nung der Ge­meinde Oybin mit Hain bis 17. Sep­tember 1885 er­stellt und damit die neuen ge­setz­li­chen Be­stim­mungen auch in der Ge­meinde Oybin um­ge­setzt. Im März 1886 ver­fügte Oybin mit seinen 760 Ein­wohner und den Orts­teilen von Oybin- Nie­der­dorf, Oybin-Mitte bis zum Hain über 3 Feu­er­spritzen. Davon ent­sprach nur eine Spritze den neuesten An­for­de­rungen. Die Firma He­ring aus Zittau wurde mit der Re­no­vie­rung der Oy­biner Spritze be­auf­tragt. Da­nach ent­sprach die Leis­tungs­fä­hig­keit der Oy­biner Spritze wieder den not­wen­digen An­for­de­rungen.


Im Er­gebnis eines Ge­suchs der Ge­meinde Oybin zur Fi­nan­zie­rung und Er­neue­rung der Hainer Spritze ge­gen­über der Landes-Brand­kasse Sach­sens er­hielt auch der Orts­teil Hain am 04.Fe­bruar 1887 eine neue Spritze mit Schläu­chen und Zu­behör der Firma He­ring aus Zittau. Nun ver­fügte auch der Orts­teil Hain über eine ele­gante, so­lide und leis­tungs­fä­hige vier­räd­rige Wa­gen­spritze. 
Über den Wert und die Not­wen­dig­keit der Grün­dung Frei­wil­liger Feu­er­wehren gab es jah­re­lange Dis­kus­sionen. Viele Gegner waren der Mei­nung, dass die be­ste­henden Sprit­zen­mann­schaften der Pflicht­feu­er­wehr aus­rei­chen würden und auch in der Or­ga­ni­sa­tion des Feu­er­löschwe­sens keine Ver­än­de­rungen not­wendig wären. Das Ziel der Ein­füh­rung einer Frei­wil­ligen Feu­er­wehr be­stand haupt­säch­lich darin, dass für diese Tä­tig­keit kein Zwang mehr be­stand und jedes Mit­glied mit Lust und Liebe seinen Ver­pflich­tungen ge­recht werden konnte. Vor­ge­setzte sollten aus den Mit­glie­dern ge­wählt werden und die In­stand­hal­tung der Ge­räte mit der not­wen­digen Sorg­falt er­folgen. Da die Haupt­spritze der Ge­meinde 1894 nicht mehr den An­for­de­rungen ent­sprach, hatte die alt re­nom­mierte Fa­brik von G.A. Jauck im April 1894 nach Oybin eine neue vier­räd­riger Kas­ten­spritze mit Mann­schafts­sitzen, Saug- und Druck­wind­kessel ge­lie­fert, die am 23.April 1894 nach­mit­tags mit Ver­tre­tern der Ge­meinde von dem Lan­des­aus­schuss­mit­glied Herrn Oskar Rö­thig aus Ebers­bach vor­schrifts­mäßig ge­prüft wurde. Die Spritze ent­sprach den säch­si­schen Prü­fungs­be­stim­mungen und war für die Ar­beit der Oy­biner Feu­er­wehr sehr wichtig. Ihren Platz er­hielt sie im Sprit­zen­haus am Kretscham. Oybin ver­fügte nun über drei in­ner­halb we­niger Jahre an­ge­schafften Feu­er­spritzen neuester Kon­struk­tion. Die alte höl­zerne Spritze die von Wil­helm Wagner in Herrnhut vor ca. 50 Jahren er­baut worden war wurde ver­stei­gert. 


1904 kri­ti­sierte der Amts­haupt­mann­schaft Be­schwitz die Ge­meinde Oybin, dass noch keine Grün­dung einer frei­wil­ligen Feu­er­wehr er­folgt war, ob­wohl ge­rade in Oybin ge­gen­über den Fremden eine grö­ßere Ver­ant­wor­tung der Feu­er­si­cher­heit not­wendig sein würde. Im Ja­nuar 1905 fand im Kretscham Oybin zur Pro­ble­matik "Frei­wil­ligen Feu­er­wehr" eine Be­ra­tung statt. Im Er­gebnis be­trach­tete man die Pflicht­feu­er­wehr als aus­rei­chend. Die Grün­dung einer zu­sätz­liche Frei­wil­lige Feu­er­wehr war somit nicht not­wendig. Am Sonntag den 13. Ok­tober 1907 fand erst­mals eine ge­mein­same Übung der ein­zelnen Be­zirke an einem an­ge­nom­menen Bran­d­ob­jekt statt. Die Orts­be­wohner und an­gren­zenden Ort­schaften wurden über die damit ver­bun­denen Alarm­si­gnale in­for­miert. 1908 wurden die Sprit­zen­häuser auf dem Hain und in Nie­de­roybin neu ver­putzt und ge­stri­chen. 1909 er­hielt das Nie­de­roy­biner Sprit­zen­haus ein neues Tor. Der Stei­gerzug der hie­sigen Pflicht­feu­er­wehr er­hielt 1908 als Uni­form die Nor­malaus­rüs­tung Säch­si­scher Feu­er­wehren, von der Firma B.O. Schöne Dresden. Für die Stei­ger­ab­tei­lung der Pflicht­feu­er­wehr fer­tigte Schnei­der­meister Os­wald Seidel für 8 Mark pro Stück 1908 aus feld­grauen Tuch­stoff Joppen an. Am 01.06.1908 fasste der Ge­mein­derat für die Be­stra­fung der nicht zur Übung er­schienen Pflicht­feu­er­wehr­leute einen Be­schluss. Da­nach hatten feh­lenden Pflicht­feu­er­wehr­leute als Strafe 1 Mark Straf­geld zu be­zahlen. Bei Krank­heit war ein ärzt­li­ches Zeugnis vor­zu­legen. 

Früh­jahr­ss­prit­zen­proben und Herb­st­übungen

Ent­spre­chend den be­ste­henden Ge­setze er­folgten die Sprit­zen­proben auf der Grund­lage von Ge­mein­de­rat­s­be­schlüssen. Die Früh­jahr­ss­prit­zen­probe der Pflicht­feu­er­wehr wurde jähr­lich im April und die Herb­st­übung im Ok­tober durch­ge­führt. In diesem Zu­sam­men­hang er­folgten auch Über­prü­fungen der Hy­dranten. Im Ja­nuar 1910 wählte der Ge­mein­derat Herr Spin­ne­rei­be­sitzer Kurt Mühle ein­stimmig als Ab­tei­lungs­führer der Pflicht­feu­er­wehr für Nie­de­roybin. Die Grün­dung der "Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oybin" im Be­zirk er­folgte unter Lei­tung des Bür­ger­meis­ters Arno Münch am 27. No­vember 1910 mit 50 Mit­glie­dern. Das 1. Kom­mando der "Frei­wil­ligen Feu­er­wehr" setzte sich wie folgt zu­sammen: 
Haupt­mann und Zug­führer von Sprit­zen­mann­schaft Au­gust Lange 
stellv. Haupt­mann und Zug­führer von Sprit­zen­mann­schaft Kurt Mühle 
Stei­ger­führer Al­fred Fried­rich Feld­webel, Kas­sierer und Schrift­führer Rein­hold Schwerdtner 
Aus­schuss­person Willy Voll­precht und Alwin Wohnig 

Mit der Grün­dung hatte die Wehr, die vom Lan­des­ver­band aus­ge­ar­bei­teten Nor­mal­sta­tute an­ge­nommen. Zur Aus­stat­tung wurden die Be­stel­lungen, An­for­de­rungen und Ge­suche um Stüt­zungs­bei­hilfen er­ar­beitet. Am 09. De­zember 1910 wurde die Wahl des Kom­mandos der "Frei­wil­ligen Feu­er­wehr" in der Ge­mein­de­rat­s­sit­zung be­stä­tigt und gleich­zeitig 2.000 Mark für Aus­rüs­tungs­ge­gen­stände zur Ver­fü­gung ge­stellt. Die Grün­dung der "Frei­wil­ligen Feu­er­wehr" er­for­derte eine Ver­än­de­rung der bis­he­rigen Feu­er­lösch­ord­nung für die Pflicht­feu­er­wehr. Im März 1911 stimmte der Ge­mein­derat dem Ent­wurf der neuen Feu­er­lösch­ord­nung Oy­bins zu. Da­nach war die ört­liche Feu­er­wehr dem Ge­mein­de­vor­stand bzw. seinem Stell­ver­treter als Brand­di­rektor un­ter­stellt. Die neue Feu­er­lösch­ord­nung trat am 15.3.1911 für die Ge­meinde Oybin mit Hain in Kraft. Unter Lei­tung des Be­zirks­ver­bands der Feu­er­wehr in der Amts­haupt­mann­schaft Zittau er­folgte am 18.06.1911 die Mann­schafts­prü­fung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oybin. Mit­glieder des Prü­fungs­aus­schusses waren aus Groß­schönau, Hai­ne­walde, Spitz­kun­ners­dorf und Hirsch­felde ver­treten. 

Aus der Ge­meinde Oybin waren zur Prü­fung fol­gende Mit­glieder an­we­send:
Ge­mein­de­vor­stand Münch 
Ge­mein­de­äl­tester Wehner 
Ge­mein­de­rat­s­mit­glied Seidel 
Mann­schafts­be­stand: 51 Mann, hiervon an­we­send 48 Mann 
Ein­tei­lung der Wehr: 1 Steiger / 1 Sprit­zenzug 
Be­klei­dung der Mann­schaft: Le­der­helme, grau grüner Drell­blouson, Steiger Le­der­gurte, Sprit­zen­leute Woll­gurte. Mit Stei­ge­raus­rüs­tung ver­sehen waren 16 Mann Sons­tige Aus­rüs­tungen; 2 Ver­band­sta­schen; 1 Trag­bahre, Prü­fungs­pro­to­koll Be­wer­tung: sehr gut! 
Sturm­an­griff: der nörd­liche Teil des Re­stau­rants zur Ro­del­bahn steht in Flammen, Nord­wind, bei Ein­treffen der Wehr steht der ganze Dach­stuhl in Flammen. 
Auf­gabe: Brand auf seinen Herd be­schränken, Nach­bar­schaft schützen Aus­füh­rung: Voll­ständig der Idee ent­spre­chend, 400 Meter An­lauf, 
Was­ser­gabe: in 4 Mi­nuten vom Si­gnal. 
Zensur: gut bis sehr gut 
Stamm­rolle: Vor­han­dene Ein­tra­gungen sind in Ord­nung 

Die Wehr wurde als gut aus­ge­bildet und aus­ge­rüstet be­zeichnet und hatte sich zur Ab­hal­tung von 12 Übungen pro Jahr und Mann ver­pflichtet. Die Prü­fung der ge­grün­deten Frei­wil­ligen Feu­er­wehr wurde am 18.06.1911 durch den In­spek­ti­ons­aus­schuß des Be­zirks­ver­bandes Frei­wil­liger Feu­er­wehren der Amts­haupt­mann­schaft Zittau, be­ste­hend aus ihren Vor­sit­zenden Herrn R. Gold­berg in Groß­schönau und den Herrn Ull­rich aus Leu­ters­dorf, Post aus Hai­ne­walde und Weigel aus Hirsch­felde sowie in Ge­gen­wart ei­niger Mit­glieder des Ge­mein­de­rates vor­ge­nommen. Au­ßerdem hatten sich noch ei­nige Führer be­nach­barter Wehren ein­ge­funden. Die junge Feu­er­wehr hatte unter dem Kom­mando ihres Haupt­mannes Herrn Ho­te­lier Lange auf dem Hofe des Ho­tels Kretscham Auf­stel­lung ge­nommen. Auf diesem Platz wurden auch die Übungen im Fuß­dienst und an der Spritze durch­ge­führt. Die Prü­fung der Stei­ger­ab­tei­lung er­folgte am neu er­rich­teten Stei­gen­hause neben dem alten Schul­turn­platz. Die Prü­fung des ge­mein­samen Sturm­an­griffs war am Hotel Ro­del­bahn ab­zu­legen. Dort hatte die Wehr das Feuer so zu be­kämpfen, daß die üb­rigen Ge­bäude ge­rettet werden konnten und das Pfeif­fer­sche Grund­stück und die Villa "Ely­sium" ge­schützt wurde. Nach Ab­schluß der Übung er­folgte die Aus­wer­tung der Prü­fungs­kom­mis­sion. Im Er­gebnis der Be­wer­tung er­teilte der Vor­sit­zende der Prü­fungs­kom­mis­sion der jungen Wehr die Zensur "gut bis sehr gut" er­teilen. Als Prü­fungs­ab­schluß er­hielt die Mann­schaften aus Ge­mein­de­mit­teln im Hotel Ro­del­bahn ein ein­fa­ches Früh­stück. Ge­treu dem Wahl­spruch, "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" hatte die Frei­wil­lige Feu­er­wehr der Ge­meinde Oybin damit ihre erste schwie­rige Prü­fung er­füllt.

Zur An­schaf­fung von Pa­ra­de­joppen er­hielt die Frei­wil­lige Feu­er­wehr von der Ge­meinde Oybin 1911 ein Dar­lehen in Höhe 1.000 Mark mit 3 % Pro­zent Ver­zin­sung und einer jähr­li­chen Amor­ti­sa­tion von 100 Mark ge­liehen. Die Haf­tung über­nahmen die Aus­schuss­mit­glieder. Am 14.Ja­nuar 1912 hielt die Frei­wil­lige Feu­er­wehr der Ge­meinde Oybin im Hotel Kaffee Ro­del­bahn die erste Ge­ne­ral­ver­samm­lung ab. Als Ver­treter der Ge­mein­de­ver­wal­tung hatte sich der stell­ver­tre­tende Ge­mein­de­vor­stand und Brand­di­rektor Herr Fa­brik­be­sitzer Paul Wehner ein­ge­funden. Durch Herrn Haupt­mann Lange wurde Jah­res­be­richt und von Kas­sierer Herrn Rein­hold Schwerdtner der Kas­sen­be­richt vor­ge­tragen. Zum Ab­schluss saß man noch ei­nige Stunden ge­müt­lich zu­sammen. 1912 lag das Grund­ge­setz für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Oybin mit Hain mit den er­for­der­li­chen Dienst­vor­schriften, un­ter­zeich­nete von Au­gust Lange als ge­druckte Bro­schüre allen Feu­er­wehr­män­nern vor. Nach dem Jah­res­be­richt der Feu­er­wehr ver­fügte Oybin 1912 über 2 Ober­flur- und 14 Un­ter­flurhydtranten. Der Ge­mein­derat wählte in seiner Sit­zung am 11.11.1912 für die Pflicht­feu­er­wehr als Führer Herrn Her­mann Winde, als Stell­ver­treter Herrn Oskar Seidel sowie als Sek­ti­ons­führer Herr Paul Danzig, Kauf­mann Geste und Ludwig Wendler. 

Das Hainer Sprit­zen­haus war 1913 noch mit alten Hand­streich­zie­geln ge­deckt und an vielen Stellen be­reits un­dicht. Dem Dach­decker Au­gust Gün­ther aus Ol­bers­dorf wurde die Neu­de­ckung des Da­ches nach dem ein­ge­reichten Kos­ten­vor­an­schlag bis Au­gust 1913 über­tragen. Im Ok­tober 1913 fand die vom Brand­di­rektor an­ge­setzte ge­mein­same Alar­m­übung der Frei­wil­ligen- und Pflicht­feu­er­wehr statt. Die Alar­mie­rung er­folgte durch Horn­si­gnale. An dieser Übung hatten ent­spre­chend der amt­li­chen Be­kannt­ma­chung des Brand­di­rek­tors vom 09.10.1913 auch sämt­liche Pflicht­feu­er­wehr­mann­schaften teil­zu­nehmen. In der Ge­ne­ral­ver­samm­lung 1914 schätzte Herr Haupt­mann Lange ein, dass die Wehr am An­fang des Jahres 1913 51 ak­tive und 31 pas­sive Mit­glieder zählte und durch Ab­gänge und Zu­gänge am Schluss des Jahres 1913 einen Be­stand von 52 ak­tiven 29 pas­siven Mit­glie­dern zu ver­zeichnen war. Der Tä­tig­keits­be­richt des Jahres 1913 ent­hielt 12 Übungen, 4 Ein­sätze zu Scha­den­feuern, 42 Feu­er­wa­chen, davon 39 im Wald- und Kur­theater und 5 Ab­sperr­dienste bei Mönchs­zügen. Übungs­prä­mien konnten an 21 Wehr­leute ver­teilt werden. Im Juli 1916 standen zur Prü­fung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr durch viele Ein­be­ru­fungen zum Hee­res­dienst nur 20 Mann zur Ver­fü­gung. Im Mai 1919 wurde be­schlossen die Pflicht­feu­er­wehr neben der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr mit einer Dienstal­ters­grenze von 55 Jahre zu er­halten. 

Das 10­jäh­rigen Ju­bi­läum der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oybin wurde unter Lei­tung des Bür­ger­meis­ters Arno Münch mit einem Festumzug, Fes­t­an­spra­chen und einem Feu­er­wehr­ball im Kretscham im No­vember 1920 ge­feiert. 1922 er­hielt die Feu­er­wehr 100 Meter neuen Hanf­schlauch. Mit diesem vor­han­denen Schlauch­ma­te­rial war die wirk­same Be­kämp­fung von Feu­er­schäden ge­si­chert. Im Sep­tember 1919 wurde zum An­kauf von Mo­tor­spritzen ge­gen­über der Brand­ver­si­che­rungs­kammer ein An­trag ge­stellt. 1923 er­folgte an der Feu­er­spritze vom Hain noch­mals eine grö­ßere Re­pa­ratur. 1921 er­folgte für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr zwi­schen Hain, Oybin und Nieder-Oybin die Schaf­fung einer te­le­fo­ni­sche Nacht­ver­bin­dung. Doch be­reits im Ja­nuar 1923 mussten diese Alarm­klin­gel­an­schlüsse der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr wäh­rend der Nacht durch zu hohe Ge­bühren der Post­be­hörde wieder ge­kün­digt werden. Die Mit­glieder der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr wurden im Sep­tember 1921 bei der neu er­öff­neten Lan­des­ver­band-Un­fall­kasse mit einem jähr­li­chen Ge­samt­prä­mi­en­be­trag von 180 Mark ver­si­chert. Die Summe wurde der Feu­er­lösch­kasse ent­nommen. Zur De­ckung ein­ma­liger er­höhter Aus­gaben der Feu­er­wehr er­folgte durch den Ge­mein­derat 1924 die Ver­ab­schie­dung eines Orts­ge­setzes über die Er­he­bung einer "Feu­er­schutz­steuer", die am 1. Juli 1924 zu be­zahlen war. Die Auf­he­bung wurde in der Ge­mein­de­ver­ord­ne­ten­sit­zung am 30. Sep­tember 1925 be­schlossen. Mit dem Ausbau der Was­ser­lei­tung im Orts­teil Hölle 1925 war es durch die Be­tei­li­gung der Haus­be­sitzer für den Feu­er­schutz mög­lich an 3 Stellen Ober­flurhy­dranten zu setzen. 1925 ver­fügte die Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oybin über 49 Frei­wil­lige, 5 Führer, 12 Steiger- Pio­niere, 32 Spritzen -und Ret­tungs­mann­schaften. Im Ok­tober 1925 fand eine Feu­er­lösch­probe ge­meinsam mit der Frei­wil­lige Feu­er­wehr und Sa­ni­täts­ko­lonne statt. 1926 sollte die Pflicht­feu­er­wehr nach Richt­li­nien der Amts­haupt­mann­schaft Zittau ge­gen­über der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr neu ein­ge­ordnet werden. An der Alarm­feu­er­wehr­übung im Sep­tember 1927 hatten alle Pflicht­feu­er­wehr­leute mit teil­zu­nehmen. Im Juni 1927 wurden die vom Kom­mando der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr als not­wendig er­ach­teten Re­pa­ra­turen des Sprit­zen­hauses in Nie­de­roybin durch den Ge­mein­derat be­stä­tigt. Die Haupt­übung der frei­wil­ligen und Pflicht­feu­er­wehr fand im Sep­tember 1928 statt. Dazu wurden beide Wehren ab­sicht­lich zu einem un­güns­tigen Zeit­punkt alar­miert. Man wollte damit fest­stellen in wel­cher Stärke die Wehren ein­treffen würden. Im Er­gebnis fehlten al­lein bei der Pflicht­feu­er­wehr 60 Mann. Der Grund waren aus­wär­tige Ar­beits­stellen. Au­ßerdem mussten die frei­wil­ligen Feu­er­wehren ihre Ge­räte selbst fahren, da zu­fällig auch keine Ge­spanne er­reichbar waren.


Am 17. No­vember 1928 ver­an­stal­tete die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Oybin im Saale des Ho­tels Kretscham einen hoch in­ter­essanten Film­vor­trag über mo­derne Feu­er­lösch­ge­räte und - Me­thoden. Den Film hatte die Rimax-Film-Ge­sell­schaft Berlin für die Mi­nimax Ap­pa­rate- Bau­ge­sell­schaft Berlin be­reit­ge­stellt. Die Vor­füh­rungen er­mög­lichte Ro­bert Fehr­mann aus Zittau. Im Juni 1929 wurde die Lan­des­ver­bands­steuer und ein­ma­lige Kopf­steuer für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr von der Ge­mein­de­kasse über­nommen und aus Brand­ver­si­che­rungs­bei­trägen fi­nan­ziert. Im Ok­tober 1929 war zum Bau des Feu­er­lösch­de­pots in der Sand­grube das Ge­neh­mi­gungs­ver­fahren be­reits ab­ge­schlossen und die Bau­er­laubnis er­teilt. Recht­lich war das Vor­haben zwar mög­lich, aber nach einer er­folgten Auf­klä­rung über die schwer­wie­genden Nach­teile wollten die Ge­mein­de­ver­ord­neten wei­tere Stand­orte prüfen. Im De­zember 1929 er­folgte im Ge­mein­derat die Prü­fung der An­re­gung des Ge­meinde- Ver­si­che­rungs­ver­bandes Dresden über den Ab­schluss einer Un­fall­ver­si­che­rung für die Frei­wil­ligen Feu­er­wehr. Da diese Ver­si­che­rung ge­setz­lich vor­ge­schrieben war, über­trugen die Ge­mein­de­ver­ord­neten GV Lange als Führer der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr die Er­le­di­gung dieser An­ge­le­gen­heit. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Oybin mit Hain be­ging am 09.No­vember 1930 die Feier des 20 jäh­rigen Be­ste­hens. Vor der Feier er­folgte auf dem Friedhof die Eh­rung der be­reits ver­stor­benen Ka­me­raden und eine Ge­denk­feier für die ge­fal­lenen Ka­me­raden in der Berg­kirche. Die Gräber der ver­stor­benen Gründer und der Ka­me­raden hatte die Wehr mit Blumen ge­schmückt. Da­nach fand die Pa­ra­deauf­stel­lung der Wehr am Hotel zur Ro­del­bahn mit 54 ak­tiven Wehr­leuten in 3 Zügen und der Ka­pelle statt. Für die er­folg­reiche 20 jäh­rige Ar­beit dankte der Brand­di­rektor Herr Bür­ger­meister Thiem der Wehr in einer An­sprache. Am Abend fand im Hotel Kretscham eine große Fest­ver­an­stal­tung mit vielen Hö­he­punkten statt zu der sich zahl­reiche Gäste ein­ge­funden hatten. 

Im Ok­tober 1931 er­hielt die Ge­meinde vom Mi­nis­te­rium des In­neren die schrift­liche Mit­tei­lung, dass unter Bezug auf § 11 des Ab­kom­mens über das Pass­wesen ab so­fort Feu­er­wehr­mann­schaften und Sa­ni­täter zu Hil­fe­leis­tung bei Bränden und Un­glücks­fällen die Lan­des­grenze je­der­zeit und an jeder Stelle ohne Pass über­schreiten könnten. Die Aus­füh­rungs­be­stim­mungen sollten der Ge­meinde nach der Un­ter­zeich­nung des Ab­kommen von der tsche­cho­slo­wa­ki­schen Re­gie­rung zu­ge­schickt werden. 1932 ver­fügte die Frei­wil­lige Feu­er­wehr über rund 600 lau­fende Meter Schläuche, 3 Hand­druck­spritzen, aus­rei­chende Stei­ger­ge­räte und Ma­te­rial für eine Sa­ni­täts­ab­tei­lung. Der vor­han­dene Mo­tor­sprit­zen­fonds hatte sich be­reits po­sitiv ent­wi­ckelt, aber die An­schaf­fung einer Klein­mo­tor­spritze war noch nicht mög­lich. Seit dem 20. Stif­tungs­fest ver­fügte die Wehr au­ßerdem noch über den Fond für einen Sau­er­stoff­ap­parat. Eine all­ge­meine Alarm­an­lage konnte wegen der hohe Kosten eben­falls noch nicht ein­ge­richtet werden. Die Wehr musste auch wei­terhin durch Fern­spre­cher und Si­gna­listen alar­miert werden. 

Ein wei­terer Fort­schritt in der Feu­er­si­che­rung war die Fer­tig­stel­lung der Teich­an­lage für die Häuser an der Sand­wurst im De­zember 1933. Der frei­wil­lige Ar­beits­dienst hatte mit dieser An­lage unter Lei­tung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr einen wich­tigen Schwer­punkt be­sei­tigt. An­fang März 1934 wurden in Oybin für den Pro­be­be­trieb elek­tri­sche Si­renen ein­ge­baut. Zur Er­mitt­lung der rich­tigen Be­triebs­stand­orte fand ca. 4 Wo­chen an ver­schie­denen Tages- und Nacht­zeiten der Pro­be­be­trieb statt. Für den Fall einer Feu­er­ge­fahr sollte wie bisher durch Feu­er­hörner alar­miert werden. Über die Hör­bar­keit und den Hör­be­reich sollten durch die Ein­wohner an Herrn GV Ewig Mit­tei­lungen er­folgen. Zur Be­kämp­fung der Brand­ge­fahr in der Orts­mitte wurde der Kur­haus­teich nach Be­wil­li­gung einer För­de­rung (nach § 139 ABABG) im Zeit­raum 2.01. bis 31.03.1934 von ca. 900 m3 Schlam­massen beräumt. Im Zu­sam­men­hang mit der Ein­füh­rung eines neuen Feu­er­wehr­ge­setzes wurde 1935 eine Er­gän­zung bzw. Neu­ein­tei­lung der Pflicht­feu­er­wehr mit Män­nern von 18 bis 50 Jahren für die Frei­wil­ligen Feu­er­wehr not­wendig. Für den lang­ge­streckten Ort be­nö­tigte die Frei­wil­lige Feu­er­wehr im Ernst­fall die Un­ter­stüt­zung ge­eig­neter Männer der Pflicht­feu­er­wehr. Die Be­stim­mungen über die Durch­füh­rung der Übungen waren auch bei der Pflicht­feu­er­wehr genau zu be­achten. Gegen säu­mige Pflicht­feu­er­wehr­an­ge­hö­rige wurden ent­spre­chende Maß­nahmen ein­ge­leitet. Die an­ge­setzten we­nigen Übungen mussten von allen Pflicht­feu­er­wehr­mit­glie­dern pünkt­lich er­füllt werden. Im Juli 1936 wurde die Sat­zung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oybin, die nach einer Mus­ter­sat­zung des Reichs­mi­nis­ters er­ar­beitet worden war, in einer au­ßer­or­dent­li­chen Haupt­ver­samm­lung ein­stimmig an­ge­nommen. 


An­schlie­ßend er­folgte durch den Bür­ger­meister die Wei­ter­lei­tung der Sat­zung an den Amts­haupt­mann als Kreis­po­li­zei­be­hörde und an das Amts­ge­richt Zittau zwecks Ein­tra­gung in das Ver­eins­re­gister. Nun hatte die frei­wil­lige Feu­er­wehr Oybin fol­gende Struktur zum 13.Sep­tember 1936. 

Füh­rer­schaft der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oybin: Haupt­brand­meister: Lange, Au­gust Gast­wirt 
Führer der Wehr: Ober­brand­meister Spie­gel­hauer, Max Mau­rer­po­lier 
1. Löschzug Lösch­zug­führer: Schüller, Ewald Gast­wirt 
2. Lösch­zug­führer: Gähler, Fritz Gast­wirt 
2. Halbzug Lösch­zug­führer: Holz­be­cher, Ger­hard Gast­wirt 
3. Halbzug Lösch­zug­führer: Meise, Werner Gärtner Löschmeister: Liesk, Max Kauf­mann Löschmeister: Ar­nold, Martin Stra­ßen­ar­beiter 

Mit Schreiben vom 11. Ok­tober 1937 an die Amts­haupt­mann­schaft be­grün­dete der Bür­ger­meister be­züg­lich der Feu­er­wehr, dass die An­schaf­fung einer Mo­tor­spritze ein­schließ­lich ge­nü­genden Schlauch­ma­te­rial, die Aus­wechs­lung der Ge­winde in den Hy­dranten, vor­han­dene Schläuche, die Ein­klei­dung der frei­wil­ligen Feu­er­wehr mit den neuen Uni­formen usw. drin­gend not­wendig wäre, da die ver­schie­denen Übungen den Be­weis er­bracht hatten, dass in An­be­tracht der 3 Orts­teile und der Hö­hen­un­ter­schiede vor allem grö­ßere und iso­liert ge­le­genen Grund­stücke im Falle eines Brandes nicht ge­halten und auch Nach­bar­grund­stücke sowie deren Wald in Mit­lei­den­schaft ge­zogen werden könnten. Um die er­for­der­li­chen Neu­an­schaf­fungen vor­nehmen zu können und damit den Feu­er­schutz si­cher zu stellen wurden ins­ge­samt 7.200 Mark be­nö­tigt. Zur Neu­an­schaf­fung einer neuen Mo­tor­spritze für die Feu­er­wehr fassten die Ge­mein­deräte im De­zember 1937 einen Be­schluss. Der ge­stellte An­trag vom 28.02.1838 an die Säch­si­sche Brand­ver­si­che­rungs­kammer zur För­de­rung von 8.257,52 RM wurde be­reits nach einem Monat It. Be­scheid in Höhe von 3.000,00 RM für die An­schaf­fung einer Spritze nebst Wagen und Ge­gen­ständen im März be­wil­ligt. {Ver­wen­dungs­zeit­raum bis De­zember 1938) Nach den An­ge­bots­über­prü­fungen er­folgte im Jun. 1938 die Be­stel­lung der Mo­tor­spritze mit ent­spre­chendem Zu­behör.

Mo­tor­spritze mit Wagen: 4.648,65 RM (davon Bei­hilfe 1.549,55) 
Mann­schafts­auto: 800,00 RM 
Schläuche Uten­si­lien: 1.910,40 RM (davon 50% 955,30)
Luft­schaum Kur­bel­spritzen: 300,00 RM 

An­fang Ok­tober war die neue Mo­tor­spritze da. Mit der Be­schaf­fung einer Mo­tor­spritze für Oybin war der lang er­sehnte Wunsch der Ein­woh­ner­schaft in Er­fül­lung ge­gangen. We­nige Tage nach dem Er­halt fand im Ge­mein­debad eine erste Prü­fung statt. Die Ge­meinde aus deren Mit­teln dieser An­kauf er­folgte, hatte damit ein vor­dring­li­ches und not­wen­diges Werk getan um der Ver­nich­tung von Ei­gentum durch Feuer und der­glei­chen ent­gegen wirken zu können. Nach einem Schreiben des Prä­si­denten der Brand­ver­si­che­rungs­kammer vom De­zember 1938 wurde der Amts­haupt­mann­schaft Zittau mit­ge­teilt, dass die rest­liche Fi­nan­zie­rung von 400 Reichs­mark erst dann ge­zahlt werden könnte, wenn über den Mann­schafts­wagen die end­gül­tige Rech­nung und der Be­richt durch den Kreis­feu­er­wehr­füh­rers vor­liegen würde. Im Ja­nuar 1939 ge­hörten fol­gende Feu­er­wehr­männer dem Mo­tor­sprit­zen­zuges der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr des Kur­ortes Oybin an 


Holz­be­cher, Ger­hard ,Wehlt, Paul Keil, Walter Gärtner, Paul Augsten, Ed­mund Wohnig, Ernst Voll­precht, Helmut Uhl­mann, Max Weiß­mantel, Franz Förster, Erich Hoff­mann Ru­dolf 

Im Juli 1939 er­folgte die Ein­ho­lung von An­ge­boten für einen Au­to­ma­ti­schen Mann­schafts- und Ge­rä­te­wagen und am 14. Juli fasste der Ge­mein­derat zur An­schaf­fung eines Mann­schafts- und Ge­rä­te­wa­gens den Be­schluss. Die Leis­tung der Mo­tor­spritze be­trug 800 Liter in der Mi­nute, die gleich­zeitig nach dem neuen Schaum­lösch­ver­fahren ge­hand­habt werden konnte. Au­ßerdem er­hielten die drei Wehr­be­zirke je eine Kü­bel­spritze und zum Teil neue Schläuche. Für die nächste Zeit war noch der An­kauf eines ge­brauchten Mann­schafts­wa­gens mit auf­mon­tierter Steig­leiter ge­plant. 
Im Au­gust 1939 lag ein neuer Vor­schlag zum Bau eines Sprit­zen­hauses auf dem Flur­stück Nr. 175 für die Ge­meinde Kurort Oybin mit Zeich­nungen vor. Das Feu­er­wehr­ge­rä­tehaus sollte ent­weder an die Bau­stelle zwi­schen Hotel Kur­haus und Land­haus Helmut (Schlos­serei Voll­precht) an der Hin­den­burg­straße oder an die Bau­stelle zwi­schen Grund­stück Tra­cher und dem Wald­rand an der Mutsch­mann­straße er­richtet werden. Der Prä­si­dent der säch­si­schen Brand­ver­si­che­rungs­kammer hatte dazu im Ok­tober 1939 eine För­de­rung von 2.000 RM mit einer Ver­wen­dungs­frist bis Ende De­zember 1940 be­stä­tigt. Zu dem Bau des ge­wünschten Feu­er­wehr­ge­rä­tehauses war es bis zum Aus­bruch des Krieges nicht ge­kommen. 
In der Ge­mein­de­rat­s­sit­zung am 13.01.1947 sollte über den Feu­er­schutz be­raten werden, doch das war durch die feh­lende neue Ge­setz­ge­bung bzw. neue Di­rek­tive nicht mög­lich. Im März 1947 er­folgte durch den Ge­mein­derat die Be­schluss­fas­sung neben der frei­wil­ligen Feu­er­wehr noch eine Pflicht­feu­er­wehr auf­zu­stellen. In der Pflicht­feu­er­wehr sollten die Männer von 18 bis 55 er­fasst werden. Erst im Mai 1947 er­folgte die Bil­dung und Be­stä­ti­gung eines neuen Feu­er­wehr­aus­schusses als De­ze­ment Otto Keller SED, Bruno Knapp LDP, Martin Nießner SED. Für die Un­ter­stel­lung der Feu­er­wehr­spritze war 1947 eine Ga­rage im Hotel Fel­sen­keller von Ewald Schüller ge­mietet worden. 
Im April 1948 er­folgten durch den Kreis­brand­schutz­meister an alle Frei­wil­ligen- Pflicht- und Be­triebs­feu­er­wehren Mit­tei­lungen über die Ge­büh­ren­ord­nung der Feu­er­wehr im Land Sachsen und wei­tere Richt­li­nien. Nach einem Schreiben der Ver­si­che­rungs­an­stalt des Landes Sachsen Fi­li­al­di­rek­tion Gör­litz vom 1948 an die Ge­meinde Oybin zur KFZ-Ver­si­che­rung (I Kr.6 304589 Rk2) waren zum 01.04.1948 für sämt­liche Feu­er­fahr­zeuge und An­hänger die je­wei­ligen Kreis­ver­bände zu­ständig. Am 11. März 1951 er­folgte die Aus­zeich­nung von Au­gust Lange für seine 40 jäh­rige Be­tä­ti­gung als Mit­glied der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Kurort Oybin und 35 Jahre treue Pflicht­er­fül­lung. 1959 kaufte die Ge­meinde Oybin für 5.000 Mark einen ge­brauchten Steyer für die Frei­wil­lige Feu­er­wehr. In müh­samer Ar­beit bauten Ka­me­raden diesen LKW als Lösch­fahr­zeug LF LKW 8 um. 
An­läss­lich der Fei­er­lich­keiten des 5O-jäh­riges Ju­bi­läum der FF wurden die noch le­benden Mit­be­gründer der Feu­er­wehr Pierz­schala, Lange, Kern und Wohnig, Al­fred ge­ehrt. 1960 er­folgte die Bil­dung von Ta­ges­gruppen bei den beiden Oy­biner Be­trieben zur Ge­währ­leis­tung der vollen Ein­satz­be­reit­schaft am Tage. 1961 Kom­pakte Si­re­nen­aus­bil­dung über den Kam. Do­biasch. 1964 - der Ge­meinde Oybin wird für die Feu­er­wehr über den Kreis ein K 30 zu­ge­wiesen. Durch die Ka­me­raden der FFW er­folgte auf dem Hofe des Schwei­zer­hauses der Umbau zum LKW als Lösch­fahr­zeug.